Systemische
Psychotherapie
"Menschen sind so wundervoll wie ein Sonnenuntergang, wenn ich sie sein lassen kann. Wenn ich einen Sonnenuntergang betrachte, höre ich mich nicht sagen: Bitte das Orange etwas gedämpfter…und ein bisschen mehr Rosa in den Wolken…Ich versuche nicht, einen Sonnenuntergang zu beeinflussen. Ich betrachte ihn mit Ehrfurcht." (Carl Rogers)


Was ist
Systemische
Therapie?
Beziehungen im Blick
Die systemische Therapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren, das den Menschen in seinen Beziehungen und Lebenszusammenhängen betrachtet. Ein „System“ kann vieles sein – Familie, Schule, Freundeskreis oder andere wichtige Umfelder. Verändert sich ein Teil, verändert sich das Ganze – so wie Wind, Strömung und Segel einander beeinflussen. Weil Beziehungen eine zentrale Rolle spielen, können Eltern, Geschwister oder andere Bezugspersonen in die Therapiesitzungen einbezogen werden. Ist eine direkte Beteiligung nicht möglich oder nicht gewünscht, gibt es Methoden, das soziale Umfeld auch ohne dessen Anwesenheit in den therapeutischen Prozess einzubinden.

Symptome als Signale
Symptome werden nicht als Eigenschaften einzelner Personen verstanden, sondern als Hinweise darauf, dass in einem System etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Häufig zeigen sie unerfüllte Bedürfnisse, Wünsche oder Sehnsüchte. Was früher einmal hilfreich war, kostet heute oft viel Kraft.
In der systemischen Sichtweise sind Symptome daher bisher bestmögliche Lösungsversuche– keine Fehler, sondern Einladungen, genauer hinzuschauen.
In der Therapie geht es darum, die Bedeutung hinter dem Verhalten und Erleben zu verstehen und gemeinsam neue, entlastende Wege zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei die Stärken, Ressourcen und Ziele – und der Mut, Neues auszuprobieren.
Wie eine Crew auf dem Meer
Man kann sich Menschen und ihre Beziehungen wie eine Crew auf einem Schiff vorstellen: Alle sitzen im selben Boot und steuern gemeinsam durchs Leben. Manchmal ist das Meer ruhig, manchmal zieht ein Sturm auf – dann greift einer kräftig zum Ruder, jemand anderes hält sich lieber zurück, einer ruft laut nach Hilfe und ein anderer zieht sich still in die Kajüte zurück.
Diese unterschiedlichen Reaktionen sind keine Fehler, sondern Versuche, das Schiff auf Kurs zu halten – jeder tut auf seine Weise das, was gerade möglich ist. Doch manchmal führen diese gut gemeinten Manöver dazu, dass das Schiff sich im Kreis dreht oder die Crew erschöpft ist. Dann kann es hilfreich sein, wenn jemand von außen dazukommt – jemand, der Karten und Kompass kennt, Strömungen einschätzen kann und unterstützt, damit alle wieder gemeinsam steuern.
Ich sehe mich dabei nicht als Kapitänin, sondern als Lotsin: Ich begleite, unterstütze und helfe beim Orientieren – doch die Crew bestimmt den Kurs selbst.
Das Ziel ist nicht, das Meer zu verändern, sondern Wege zu finden, besser mit Wind und Wellen umzugehen – damit alle an Bord wieder Vertrauen in ihre eigene Fahrt gewinnen.


Anlässe:
- Bindungsprobleme
- Schwierigkeiten im Sozialverhalten
- Anpassungsstörungen
- Probleme in der Schule oder im Beruf
- Traumatische Erlebnisse
- Selbstverletzendes Verhalten, Suizidalität
- Depressive Symptome
- Ängste und Zwänge
- Seelisch bedingte körperliche Beschwerden
- Veränderungen in der Familienstruktur, uvm.
